Projekte

Projekte des KUNST-SToFF e.V. der 90er Jahre

„Neues Schilda“

Im Mai 1991 kam es im Havelland, einem traditionellen und in der DDR besonders geförderten Obstanbaugebiet aufgrund eines Gerüchts zu einer massenhaften Obstbaumrodung. Mit schweren Schiffsketten mähten Traktoren die Plantagen reihenweise nieder in der unsicheren Hoffnung auf eine EU-Rodeprämie. Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins – allen voran der Werderaner Künstler ARATORA (Frank W. Weber) – fanden dieses Verfahren von eindringlicher Sinnbildlichkeit für die real existierende Wiedervereinigung. Zwischen Gross Kreutz und Bochow pflanzten wir eine Allee umgekehrter Bäume mit den Wurzeln nach oben. Von der Presse und der Bevölkerung wurde diese Kunstaktion gut verstanden und vielfach kommentiert!

„Blumen für Raquel“ (Mai 91)

Unter der choreografischen Leitung des brasilianischen Regisseurs Celso Baquil kam das von René Margritte inspirierte Tanztheaterstück zur Aufführung. Leider gab es nur weniger Aufführungen dieses avantgardistischen Stücks.

„Der Wald als Mißverständis – Das Ameisenmuseum am Grabmal des Hundes“

Im Sommer 92 organisierte der Verein unter der künstlerischen Leitung von Reinhard Zabka und Marietheres Finkeldei ein internationales Ost-West-Kunstprojekt in Babe (Ostprignitz/Brandenburg). Themen waren die Auseinandersetzung mit dem Raumverständnis in der Land-Art angloamerikanischer Ausprägung (Richard Stone, Christo, u.a.), dem ost- und westdeutschen/-europäischen Kunstpraxen, sowie der Entwicklung der künstlerischen Diskussion im wiedervereinigten Deutschland. An dem Landartprojekt nahmen 20 KünstlerInnen teil, die Installationen und Performances erreichten eine große regionale Öffentlichkeit, ein Film und ein Katalog dokumentieren das Geschehen.

„Fressen und Gefressen werden“

Gemeinsam mit der VHS-Kreuzberg und dem Kulturbüro Kreuzberg fand diese Projekt zur sozialen Plastik auf einer stark frequentierten Fläche vor dem Krankenhaus am Urban in Kreuzberg statt. Marietheres Finkeldei und Gerlinde Röder realisierten eine Großplastik mit TeilnehmerInnen aus den Kunstkursen der VHS und überließen die Plastik für eine Woche den kommentierenden Zugriffen der Kiezbewohner. Eine Erfahrung der ungewöhnlicheren Art!

„Arte Brasiliera“ (Aug 92)

Gemeinsam mit dem Offenen Kunstverein Potsdam veranstaltete KUNST-SToFF ein innerstädtisches Festival der exotischen Fremde mit Tanz, Theater, Malkursen und viel Musik. Zahlreiche brasilianische Künstler wirkten daran für 2 Wochen mit die exotische Fremde in Potsdam zu inszenieren. Mitwirkende waren Celso Baquil, Wagner Cavalho, Sabine Raetsch, u. a. .

„Kunstpiraten und Mondschiffer- Phantastischer Paradiesgarten“

Ein Kunstprojekt, das sich primär der regionalen und internationalen Verknüpfung von Künstlern widmete. In Babe (Ostprignitz/Brandenburg) wurden für 6 Künstler Arbeitsstipendien akquiriert, die unter der Leitung von Reinhard Zabka im Kunsthaus Babe „Das wahre Deutsch-Historische Lügenmuseum“ zu den örtlichen Gegebenheiten, utopischen Vorstellungen, preußischen Gartenideen gearbeitet haben. (Otis Laubert, Slowakei; Monika Nowak, Brandenburg; Pomona Zipser, Rumänien; Gorgi Avijan, Moskau; Rose Schulze, Berlin; Manuel Lütgenhort, Bali)

„Zeremonialart – Begehbare Visionen anderer Lebensformen“

Das internationale Künstlersymposion wurde 1994 in Babe, Stölln und Gottsdorf durchgeführt. An diesen 3 Orten wurden zu gleicher Zeit künstlerische Lebensformen und Utopien erprobt, gelebt und gebaut. Es entstanden Installationen, Performances und Bauten an verschiedenen Orten. Leitung: Reinhard Zabka, beteiligte Künstler: Prof. Orlin Dvorjanov, Bulgarien; Detlef David, Brandenburg; Alexej Vassiliev, Russland; Christine Kühn, Berlin; Barbara Matuscheck, Polen; Peter Anderschitz, Aureville/Indien; Marcel Hager, Österreich; Barbara Loreck, Berlin; Anna Miszewska, London, Angelika Drescher, Kassel, Gruppe „Unwirkliche Gesellschaft“, Kunsthaus Dunkerstr. u.a..

Ab 1995 zahlreiche Projekte vornehmlich im Bereich der Fotografie zur Unterstützung der künstlerischen Arbeit der VHS Kreuzberg.

(Text: Peter Held)